Telefunken Magnetophon 501

Telefunken Magnetophon 510 deluxe

Das ungewöhnliche Tonbandgerät Magnetophon 501 deluxe

Das Magnetophon 501 von Telefunken ist ein recht interessanteres Tonbandgerät, da es einige ungewöhnliche Merkmale aufweist. Nicht alle davon sind sofort erkennbar. Auf den ersten Blick erkennbar ist hingegen leider eine Beschädigung hinten rechts am Gehäuse. Doch nun zu den Fakten: Das Magnetophon 501 de luxe kann Tonbänder vierspurig aufnehmen und wiedergeben, und zwar in Mono. Ein Zeigerinstrument zeigt den Aufnahmepegel an, der mit dem Klangregler links eingestellt werden kann. Der Lautstärkeregler auf der rechten Seite dient zugleich auch als Ein- und Ausschalter. Der Pausenknopf rastet übrigens nicht ein. Mit dem anderen Schiebeschalter wird die Spurlage eingestellt. Doch dazu mehr weiter unten in diesem Beitrag.

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Was wie eine Radioskala aussieht, ist in Wirklichkeit das Bandzählwerk des Magnetophon 501. Möglicherweise werden Sie zuerst vermuten, dass das Gerät gar keins besitzt. Zumindest ist es recht ungewöhnlich aufgebaut. Der Zeiger wandert während der Aufnahme oder Wiedergabe eines Bandes langsam von links nach rechts. Während des Vor- oder Rücklaufs bewegt er sich entsprechend schneller. Der Zeiger kann von Hand an jede beliebige Stelle auf der Skala geschoben werden. Das Rückstellen des Zählwerks muss also nicht zwangsläufig auf die Stellung "null" erfolgen.

In diesem Bild ist die oben bereits erwähnte Beschädigung des Gehäuses deutlich zu sehen. Ich habe die Metallabdeckung so gut es ging wieder geradegebogen.

Das Telefunken Magnetophon 501 mit abgenommener Bodenplatte. Bereits hier kann man sehr gut erkennen, dass das Gerätechassis aus Kunststoff besteht. Unten rechts befindet sich ein äußerst bewährter Asynchronmotor, der gleichzeitig auch als Netztrafo dient. Darüber zu sehen ist die kombinierte Verstärker- und Netzteilplatine mit dem Umschalter für die Netzspannung.

Der Motor drehte sich leider nicht mehr, als sich das Gerät bekam. Durch eine starke Erschütterung oder einen Sturz (durch den wahrscheinlich auch die äußere Beschädigung zustande kam), hatte sich offenbar die Motorhalterung etwas verstellt und der Rotor hing fest.

So sieht das Magnetophon 501 mit abgenommener oberer Abdeckung aus. Auch hier ist deutlich zu sehen, dass fast das komplette Laufwerk aus Kunststoff besteht. Die beweglichen Laufwerksteile sitzen an recht eigenartig aussehenden Lagern bzw. Gelenken, falls man das so nennen kann. Lediglich die Montageplatte mit den Tonköpfen sowie der Andruckrolle besteht aus Metall. Erst bei genauerem Hinsehen fiel mir auf, dass leider ein bewegliches Teil des Laufwerks fehlt. Es ist für die Rücklauffunktion notwendig. Der schnelle Rücklauf funktioniert daher leider nicht.

Hier in diesem Bild ist es noch nicht zu sehen. Unter der Montageplatte aus Metall verbirgt sich noch ein weiterer Fehler. Doch dazu weiter unten mehr. Zuerst möchte ich die Spurumschaltung des Magnetophon 501 erwähnen. Diese erfolgt hier nämlich nicht elektrisch, sondern mechanisch durch ein Anheben und Absenken der beiden Tonköpfe. Der kleine weiße Hebel auf der linken Seite wird von einem Schiebeknopf am Gerätegehäuse betätigt und bewegt den gesamten Kopfträger bzw. nach unten. Ich finde diesen Aufbau sehr ungewöhnlich, da die meisten anderen Tonbandgeräte eine elektrische Spurumstellung besitzen. Natürlich können in diesem Gerät keine einfachen Zweispur-Tonköpfe eingesetzt werden. Es handelt sich hier um spezielle Viertelspur-Köpfe, die aber jeweils nur ein System besitzen.

Doch nun zu einem weitaus unangenehmeren Teil, den ich eben schon angesprochen habe. Leider ist die Capstanwelle direkt am Schwungrad abgebrochen. Ich habe dies schon vor der Demontage der Metallplatte bemerkt, da das Schwungrad lose im Laufwerk wackelte. Hier musste ich mir etwas einfallen lassen, um das Gerät wieder zum Laufen zu bringen.

Hier ist noch einmal der Schaden in voller Pracht zu sehen. Ein Teil der Capstanwelle steckt noch im Schwungrad.

Fotos und Texte: Gerd Weichhaus

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