Philips N 4506

N 4506 von Philips

3 Köpfe, 3 Motoren und viele Regler und Schalter beim N 4506

Das N 4506 von Philips besitze ich eigentlich schon etwas länger. Es handelt sich bei diesem Gerät um ein etwas luxuriöser ausgestattetes Tonbandgerät, das in dieser Form in der zweiten Hälfte der siebziger Jahre auf den Markt kam. Drei Motoren, drei Köpfe und drei Geschwindigkeiten besitzt das N 4506. Mit diesen Schlagworten warb man auch seinerzeit für dieses Gerät. Der Hersteller setzte auch bei dieser Gerätereihe auf Elektronik statt Mechanik, wie dies auch schon bei früheren Tonbandgeräten (zum Beispiel N 4510/4511) der Fall war. Das Gehäuse besteht fast ausschließlich aus Kunststoff und entspricht vom Äußeren her dem damaligen Zeitgeist. Die Tonkopfabdeckung übrigens stammt nicht von diesem Gerät, wie man unschwer erkennen kann.

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Hier sind noch einmal die Bedienelemente zu sehen. Das Bild kann übrigens auch durch Anklicken vergrößert werden. Das N 4506 besitzt keine eingebaute Endstufe und keine Lautsprecher. Allerdings besitzt es für den eingebauten Kopfhörerverstärker entsprechende Regler. Sogar eine Klangregelung für den Kopfhörerausgang ist integriert. Weiterhin besitzt das Tonbandgerät zahlreiche Extras. Die Umspulgeschwindigkeit ist über einen separaten Regler einstellbar (Wind Speed). Tonbandaufnahmen können nachträglich während der Wiedergabe langsam ausgeblendet oder eingeblendet werden (Post Fading nennt der Hersteller Philips diese Funktion). Während des Umspulens können die Tonbandaufnahmen mitgehört werden (das sogenannte Cueing). Verschiedene Eingangsquellen können über entsprechende Umschalter ausgewählt werden. Selbstverständlich besitzt das N 4506 auch eine Hinterbandkontrolle, bei der die Aufnahmen direkt beim Aufzeichnen vom Band mitgehört werden können.

In diesem Bild ist eine weitere Besonderheit des Gerätes zu sehen. Sämtliche Eingangs- und Ausgangspegel lassen sich mithilfe einzelner Einstellregler optimal anpassen. Diese Einstellregler befinden sich normalerweise hinter einer getönten Klappe, die im Bild nicht zu sehen ist.

Die beleuchteten Anzeigeinstrumente besitzen zusätzliche Leuchtdioden, welche zu hohe Eingangspegel anzeigen sollen. Diese LED-Anzeigen werden auch als Peak-Anzeigen bezeichnet.

Hier ist das ausgebaute Gerätechassis zu sehen. Entsprechend der Anzahl der Funktionen ist natürlich auch der Geräteaufbau recht aufwendig. Trotzdem lässt sich das komplette Innenleben relativ einfach aus dem Gehäuse ausbauen, um Service- und Reparaturarbeiten vornehmen zu können.

Das Laufwerk des N 4506 entspricht weitgehend dem anderer Geräte aus der gleichen Baureihe. Das ebenfalls auf dieser Website zu sehende N 4420 besitzt übrigens das gleiche Laufwerk.

Die Tonköpfe und Bandführungen waren bei diesem Gerät recht stark verschmutzt. Glücklicherweise sind die Tonköpfe bisher nicht verstellt worden.

Hier ist das ausgebaute Chassis von hinten zu sehen. Man erkennt deutlich den komplizierten Aufbau der gesamten Elektronik. Auch bei dieser Gerätereihe wurden schon zahlreiche Module eingesetzt.

Im Bild zu sehen ist die Hauptplatine des Tonbandgerätes mit einem Teil der Anschlussbuchsen.

Das Laufwerk. Deutlich zu sehen sind die drei Motoren, das Schwungrad und der Elektromagnet, welcher die Andruckrolle an die Capstanwelle drückt.

Der Netztrafo besitzt eine eingebaute Temperatursicherung, die vor einer elektrischen Überlastung und der damit verbundenen Überhitzung schützen soll.

Auf der Rückseite befinden sich verschiedene Anschlüsse, unter anderem für eine Fernbedienung. Der Monitorausgang kann zum Anschluss eines Verstärkers genutzt werden. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit:

Verbindet man diesen Anschlussmithilfe eines 5-poligen DIN-Kabels mit dem Mikrofonanschluss auf der Vorderseite (linker Mikrofonanschluss), kann ein Echo während der Aufnahme erzeugt werden. Man nimmt dazu von einer beliebigen Eingangsquelle auf. Über die Mikrofonregler lässt sich dann die Echostärke einstellen.

Die Buchsen für die verschiedenen Eingansquellen. Vorne am N 4506 befinden sich die entsprechenden Umschalter.

Das N 4506 von Philips ist ein sehr umfangreich ausgestattetes Tonbandgerät. Viele mögen die Optik des Platikgehäuses nicht besonders. Wahrscheinlich gibt es auch schönere Bandmaschinen. Mir gefällt vor allem das sehr leise Laufwerk des N 4506. Nach einer gründlichen Reinigung und Einstellung macht das Gerät mit dem entsprechenden Bandmaterial sehr gute Aufnahmen. Bei einer Bandgeschwindigkeit von 9,5 cm/sek ist zwischen Original und Bandaufnahme so gut wie kein Unterschied zu hören. Dank der eingebauten Hinterbandkontrolle und dem Umschalter (Source/Tape) kann das Resultat schon während der Aufnahme schnell und einfach überprüft werden.

Das Philips N 4506 während einer Testaufnahme. Über Kopfhörer oder Verstärker kann die Bandaufnahme direkt überprüft werden.

Fotos und Texte: Gerd Weichhaus

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