Philips EL 3556

EL 3556 bzw. RK 65 Tonbandgerät von Philips

Tonbandgerät mit Röhren und Transistoren: Philips EL 3556

Das Tonbandgerät EL 3556 von Philips (oft auch als RK 65 bezeichnet) ist ein Vierspur-Mono-Gerät mit einer Mischbestückung aus Transistoren und Röhren. Es besitzt genau wie das EL 3549 vier Bandgeschwindigkeiten (2,4 / 4,75 / 9,5 / 19 cm/sek.). Der Vorverstärker arbeitet mit Transistoren, Treiber- und Endstufe mit Röhren. Im Gegensatz zu vielen anderen röhrenbestückten Tonbandgeräten besitzt das EL 3556 eine Gegentaktendstufe, bestehend aus zwei EL95-Leistungspentoden. Dies macht sich übrigens auch im Klang des Gerätes deutlich bemerkbar.

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Über fünf Einstellregler können die Pegel- und Klangeinstellungen vorgenommen werden. Das EL 3556 besitzt sogar getrennte Höhen- und Bassregler. Die Aufnahmepegel für Radio bzw. Phono und Mikrofon können ebenfalls getrennt eingestellt werden.

Die Anzeige des Aufnahmepegels erfolgt über ein magisches Band des Typs EM 87. Die Helligkeit der Röhre ist noch recht gut, wie sich nach einem ersten Einschalten des Gerätes nach einer groben Durchsicht herausstellte.

Die vier Bandgeschwindigkeiten lassen sich über einen Drehknopf auswählen. Die Einstellung erfolgt rein mechanisch.

Auf diesem Bild kann man bereits die Verflüssigung des Antriebsriemens erkennen, die bei Philips-Geräten aus dieser Zeit keine Seltenheit war. Das Entfernen der Riemenmasse und das Reinigen des Chassis ist leider eine mühsame und langwierige Angelegenheit. Vorn im Bild zu sehen ist der relativ große Lautsprecher des Tonbandgerätes, der einen recht schönen Klang hat.

Hier ist der aufgelöste Riemen etwas besser zu sehen. Das Gummi des Zwischenrades rechts im Bild ist ebenfalls dabei, sich in eine klebrige Masse zu verwandeln. Leider ist es so gut wie unmöglich geworden, für solche Teile noch Ersatz zu bekommen.

Die Tonköpfe sind auch schon ziemlich stark verbraucht.

Das geöffnete Tonbandgerät EL 3556 von unten gesehen. Links zu sehen ist der einzige Antriebsmotor. Darunter befindet sich der separate Netztrafo. Die Platine rechts im Bild enthält den kompletten Verstärkerteil mit Transistoren (Vorverstärker und Löschoszillator) und Röhren (Treiber- und Endstufe).

Der Motor machte anfangs laute Laufgeräusche und musste erstmal gründlich gereinigt und neu geschmiert werden. Jetzt läuft er wieder schön ruhig.

Hier ein Blick auf die Verstärkerplatine des Gerätes. Auf dieser befindet sich übrigens auch der Ausgangsübertrager.

Das Schwungrad sieht übrigens leichter aus als es ist. Die Kraftübertragung erfolgt über ein Zwischenrad. Die Antriebswelle unten rechts hat vier verschiedene Durchmesser, über welche verschiedenen Übersetzungen und damit die Bandgeschwindigkeiten eingestellt werden. Über den Schalter für die Bandgeschwindigkeit wird das Zwischenrad an die entsprechenden Durchmesser geführt und stellt damit die Verbindung zwischen Antrieb und Schwungrad mit Capstan her.

Das Laufwerk während der Reinigung. Hier ist noch viel Arbeit nötig.

Ein Blick auf die Verstärkerplatine. Links im Bild zu sehen sind die Röhren ECC83 (oben) und zweimal EL95 (unten). Rechts befindet sich der Vorverstärkerteil mit den Transistoren (runde AC-Typen). Links unten befindet sich der Ausgangsübertrager für die gedruckte Schaltung.

Das Zwischenrad, das ich bereits weiter oben erwähnt habe. Wenn man genau hinsieht, erkennt man zwei Dellen (links oben und unten). Diese kamen durch eine sehr lange Standzeit zustande, bei der das Zwischenrad an Antriebswelle und Schwungrad gedrückt wurde. Leider passiert dies wegen Bedienungsfehler der (ehemaligen) Besitzer solcher Geräte sehr oft. Es ist genauso, als würde man ein Auto 20 Jahre an einer und derselben Stelle abstellen und keinen Zentimeter bewegen. Die Reifen würden abgesehen von der normalen Alterung alleine dadurch zerstört werden.

Fotos und Texte: Gerd Weichhaus

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