Grundig TK 23 L

TK 23 L automatik von Grundig

TK 23 L: Vierspur-Mono-Tonband mit Aussteuerungsautomatik

Das Grundig TK 23 L ist sozusagen die Vierspur-Ausführung des TK 19 L. Von außen kann man das gut am Spurumschalter hinten zwischen den Bandspulen erkennen. Es verfügt über ein Bandzählwerk und eine abschaltbare Aussteuerungsautomatik, die man am Schriftzug unter dem magischen Band erkennen kann. Außerdem ist die Automatik mithilfe der Aufnahmetaste abschaltbar. In dem Fall erfolgt die Einstellung des Aufnahmepegels mit dem Lautstärkeregler. Das TK 23 L besitzt folgende Röhrenbestückung: EF86, EF83, ECC81, ECL86 und EM84.

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Mit diesem Drehschalter lässt die Spur umschalten. In Stellung "D" werden beide Spuren gleichzeitig wiedergegeben. Leider bröckelt hier die Farbe schon etwas...

"Unter der Haube" des TK 23 L sieht es ähnlich aus wie bei den anderen Tonbandgeräten dieser Baureihe. Warum sollte auch Grundig bei jedem Gerät das Rad neu erfinden? Außerdem hat der ähnliche Aufbau der Mechanik den Vorteil, dass sich viele Teile unter den Geräten austauschen lassen. Bei diesem TK 23 L war der Motor extrem schwergängig. Ich habe diesen daher erst einmal ausgebaut und gereinigt sowie neu geschmiert. Nun ist er wieder leichtgängig und läuft so gut wie lautlos.

Das Lüfterrad mit Riemenrad ist auf dem Motor aufgesteckt und mit einer Feder an der Motorachse befestigt. Das Aufstecken ist eine etwas fummelige Sache. Am besten funktioniert es, wenn man die Motorachse blockiert und das Riemenrad entgegen der Federwindungen dreht und währenddessen gleichzeitig auf die Welle drückt.

Ein Blick auf die Köpfe und Bandführungen des TK 23 L. Erstere sind schon etwas eingelaufen. Trotzdem sind Aufnahme und Wiedergabe noch klar und deutlich. Ganz links ist der Kontakt für die automatische Bandendabschaltung zu sehen. Das Kunststofflager für die Capstanwelle kann zur Reinigung und Schmierung leicht ausgebaut werden. Der Lautstärkeregler ist bei diesem Gerät nicht mehr original, wie man dies ganz gut erkennen kann. Bandführungen und Andruckrolle mussten gründlich vom Bandabrieb befreit werden.

Auch unten sieht alles fast genauso aus wie bei anderen Geräten dieser Baureihe. Wesentliche Unterschiede zwischen den Grundig-Geräten sind erst auf der Platine zu erkennen. Außerdem wurden bei den Geräten verschiedene Motoren eingebaut. Sieht man sich andere Geräte wie das TK 19 L an, erkennt man deutliche Unterschiede zwischen den Motoren.

Die Platine des TK 23 L zeigt einen Aufbau mit vier Röhren, während einfachere Geräte wie das TK 14 L mit nur zwei Röhren (außer dem magischen Band EM84) bestückt sind. Der Umschalter für Aufnahme und Wiedergabe oben im Bild musste zunächst gangbar gemacht werden.

Der typische Grundig-Aufbau, der sich durch die gesamte Baureihe zieht. Linke im Bild ist das Netzteil zu sehen, in der Mitte der Motor und weiter oben rechts der Ausgangsübertrager. Rechts daneben befindet sich der Elektromagnet für die automatische Bandendabschaltung. Die Kontaktzungen bei der Aufnahmetaste dienen zum Umschalten der drei verschiedenen Aufnahmemodi (Aufnahmeaussteuerung automatisch oder manuell sowie Trickaufnahme zum nachträglichen Vertonen ohne die vorherige Löschung bestehender Aufnahmen).

Die Sicherungshalter der Geräte bieten bei deren Lagerung in nicht ganz trockenen Umgebungen immer wieder beliebte Angriffsziele für Korrosionen. Daher sollten diese immer gründlich sauber gemacht werden, besonders dann, wenn schon Korrosionsspuren zu sehen sind.

Die Kontaktzungen der bereits eben erwähnten Aufnahmetaste. Durch deren Drehung vor dem Drücken werden die verschiedenen Kontakte betätigt und die entsprechende (und gewünschte) Aufnahmefunktion ausgewählt.

Auch das Gehäuse samt Frontblende musste bei diesem TK 23 L gründlich gereinigt werden. Das Gleiche galt auch für den Tragegriff.

Das Gerät während eines Probelaufs, genauer gesagt während einer Probeaufnahme. Sieht man etwas genauer hin, ist das "ausschlagende" magische Band zu sehen. Mit diesem kann die Aufnahmeaussteuerung gut überprüft bzw. kontrolliert werden, besonders bei manueller Aussteuerung der Aufnahme. Der Drehknopf für die Spurumschaltung fehlte hier im Bild noch.

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