Dual C 939

Dual C 939 Kassettendeck

Das Autoreverse-Stereo-Kassettendeck C 939 von Dual

Autoreverse, eine Fade-Edit-Funktion zum nachträglichen Löschen von unerwünschten Aufnahmepassagen sowie umschaltbare LED-Pegelanzeigen (Peak und VU) zählen zu den auffälligsten Ausstattungsmerkmalen des aus den Jahre 1977 stammenden Dual-Kassettendecks C 939. Auch ein Limiter zur Begrenzung des Aufnahmepegels zur Vermeidung von Übersteuerungen und regelbare Kopfhörerausgänge sind sehr praktische Funktionen des in Deutschland hergestellten Gerätes.

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In der damaligen Zeit gehörten LED-Pegelanzeigen keineswegs zu der Grundausstattung von Kassettendecks. Andernorts wurden häufiger noch Zeigerinstrumente eingesetzt. Die Laufrichtungsanzeige gehört dagegen zum Standard bei Autoreverse-Laufwerken.

Unten im Bild zu sehen sind die beiden Bedienelemente für das nachträgliche Aus- bzw. Einblenden von Bandpassagen während der Wiedergabe. Der linke Knopf muss zur Aktivierung dieser Funktion gedrückt gehalten werden. Gleichzeitig kann mit dem Regler rechts der Löschkopf des Kassettendecks stufenlos eingestellt werden. Die LED für die Aufnahmefunktion leuchtet je nach eingestellem Löschpegel mehr oder weniger stark auf. Darüber befinden sich die Regler für die Lautstärke am Kopfhörerausgang sowie am Line-Out-Anschluss und die Kalibierung der Dolby-FM-Funktion.

Hier ein Blick auf die Funktionsschalter für die manuelle Bandsortenwahl und die Dolby-Funktionen sowie den Limiter für die Begrenzung der Aufnahmeaussteuerung.

Das beleuchtete Kassettenfach. Der Deckel ist leicht abnehmbar, was die Reinigung der bandführenden Teile und der Köpfe erheblich erleichtert.

Ein Blick auf die Laufwerkstasten. Die Wiedergabetasten rasten übrigens nicht ein. Sie sorgen nur für den Start des Laufwerks sowie die Umschaltung der Bandlaufrichtung. Das C 939 von Dual besitzt auch keinen separaten, von außen zugänglichen Netzschalter. Das Einschalten des Gerätes erfolgt durch die Betätigung einer Laufwerksfunktion (Aufnahme, Wiedergabe sowie Pause, Vor- und Rücklauf). Die Taste mit der Bezeichnung "CONT" schaltet das Laufwerk in den Dauerbetrieb um. Nach einem kompletten Durchlauf der Kassette (Seite A und Seite B) schaltet das Gerät nicht ab, sondern beginnt wieder mit der Wiedergabe der ersten Seite der Kassette.

Ein Blick von oben in das geöffnete Gerät. Sehr gut kann man den massiven Aufbau des Dual C939 erkennen.

Die rechte Seite mit der Elektronik, die durch das massive Chassis geschützt wird.

Die Anzeigeeinheit kann übrigens zur besseren Ablesbarkeit nach oben aufgeklappt werden.

Das Laufwerk während der Wiedergabe einer Kassette. Das Glühlämpchen links im Bild beleuchtet gleichzeitig das Kassettenfach und das Bandzählwerk. Dieses besitzt auch eine Memoryfunktion zum automatischem Stoppen des Laufwerks beim Zählerstand Null.

Eine Detailaufnahme. Links zu sehen ist die Dämpfung für das Kassettenfach. Diese dient dazu, das Fach sich langsamer öffnen zu lassen. In der Mitte des Bildes zu sehen ist das Antriebsrad des Motors.

Hier noch einmal eine Detailaufnahme vom Bandzählwerk.

Die Schalter mussten zunächst mit etwas Ballistol "bearbeitet" werden, da diese nicht richtig einrasteten.

Die Betätigungshebel für den Netzschalter.

In der Mitte des Bildes zu sehen ist der Aufnahme-Wiedergabekopf. Es handelt sich hier um einen Vierspur-Tonkopf, wie er auch bei Autoreverse-Kassettenspielern zum Einsatz kommt. Links und rechts daneben befinden sich die beiden Löschköpfe für beide Bandlaufrichtungen. Diese sind etwas schmaler als sonst üblich, um in die kleinen Öffnungen der Kassette zu kommen.

Das Chassis von unten gesehen. Rechts befindet sich ein robustes Abschirmblech für die Elektronik des C 939. Links zu sehen ist die Mechanik des Kassettenlaufwerks mit dem großen Antriebsmotor sowie dem Netztrafo.

Die Gerätesicherungen sind gut zugänglich angebracht worden.

Hier noch einmal eine Detailaufnahme des Motors. Es handelt sich bei diesem um einen Wechselstrommotor, der direkt vom Netztrafo mit 24 Volt Spannung versorgt wird. Üblicherweise kommen sonst bei Kassettendecks geregelte Gleichstrom-Kollektormotoren zum Einsatz.

Das große und schwere Schwungrad sorgt für gute Gleichlaufeigenschaften des Gerätes. Rechts davon befindet sich ein zweites, kleineres Schwungrad für die zweite Capstanwelle (im Bild nicht zu sehen).

Der Netztrafo, der den Motor und die Elektronik des Gerätes mit Strom versorgt.

Ob es wohl damals schon MP3-Geräte gab? ;-) (siehe Mitte des Bildes)

Ein Blick auf die Hauptplatine des Gerätes nach dem Abnehmen der massiven Abschirmung.

Erst auf der Bestückungsseite wird der aufwendige Aufbau der Elektronik sichtbar. Steckverbindungen und eine Modulbauweise verschiedener Komponenten machen das Gerät außerordentlich wartungs- und reparaturfreundlich. Solch einen Aufbau sieht man in heutigen Geräten nur noch äußerst selten. Allerdings hatte diese hochwertige Technik damals auch ihren Preis.

 

Auf jeden Fall konnte dieses Gerät nach einer Wartung und dem Austausch einiger Verschleißteile (Antriebsriemen) relativ leicht wieder in Betrieb genommen werden. Die Arbeit hat sich jedenfalls gelohnt. Die Klangqualität der Aufnahmen kann sich durchaus hören lassen. Ich bin auf jeden Fall sehr froh, dieses Gerät mein Eigentum nennen zu können.

Fotos und Texte: Gerd Weichhaus

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