Tonbänder neu aufnehmen

Digital nach Analog: Tonbänder neu bespielen mit dem Computer

Häufig werden alte Tonbandgeräte noch benötigt, um archivierte und zum Teil längst vergessene Tonbandaufnahmen zu digitalisieren und auf diese Weise zu archivieren. In diesem Artikel geht es allerdings um den umgekehrten Weg. Digitales Tonmaterial soll auf ein analoges Tonband überspielt werden. Auf diese Weise ist es möglich, Tonbänder mit einem eigenen Musikprogramm zu bespielen und die alten Tonbandgeräte zum Musikhören zu verwenden oder einfach auszuprobieren, ob sie noch funktionieren. Ich selbst habe auf diese Weise schon viele alte Tonbandgeräte in Betrieb genommen und Musik mit diesen gehört. Es macht einfach Spaß, die alten Geräte in Betrieb zu nehmen und die eigene Lieblingsmusik mit ihnen zu hören. Mit einem einfachen Adapterkabel ist es möglich, Musik oder Audiodateien aus jeder beliebigen Quelle auf ein Tonband zu überspielen. Seien es nun ein MP3-Dateien auf der Festplatte des Computers oder Musik von YouTube & Co. Es kann alles aufgenommen werden, was über den Ausgang der Soundkarte wiedergegeben wird.

Eingänge an DIN-Buchse vom Tonbandgerät
Eingänge an DIN-Buchse vom Tonbandgerät

Hier ist eine typische Anschlussbuchse an einem alten Tonbandgerät zu sehen. Oft sind diese Anschlüsse mit „Radio“ beschriftet. Teilweise können auch andere Kennzeichnungen vorhanden sein wie etwa „Line in/out“. Bei manchen Geräten sind die Buchsen auch mit Symbolen beschriftet (beispielsweise ein angedeutetes Radiogerät). Im Bild oben sehen Sie die Anschlüsse einer solchen Buchse. Der mittlere Anschluss ist der Masseanschluss, die beiden anderen Anschlüsse sind im Bild gekennzeichnet. Es handelt sich um die Eingänge für den linken und den rechten Kanal. Die anderen beiden Anschlüsse sind die entsprechenden Ausgänge. Diese werden beispielsweise benötigt, um das Ausgangssignal des Tonbandgerätes über einen externen Verstärker wiederzugeben oder Bänder zu digitalisieren. Das Tonbandgerät kann über ein Adapterkabel (DIN auf Klinke) mit einem Computer verbunden werden. Gegebenenfalls müssen in die Signalleitungen noch zwei Widerstände (für jeden Kanal jemals einer) mit 470 Kiloohm geschaltet werden, um das starke Ausgangssignal von der Soundkarte etwas abzuschwächen.

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Wenn die Aussteuerungsinstrumente was anzeigen, sind Sie auf dem richtigen Weg
Wenn die Aussteuerungsinstrumente was anzeigen, sind Sie auf dem richtigen Weg

Ist der Computer mit dem Tonbandgerät verbunden, kann die Wiedergabe einer Audiodatei gestartet werden. Das Tonbandgerät wird auf Aufnahme geschaltet. Zeigen die Aussteuerungsinstrumente einen Eingangspegel am Tonbandgerät an (siehe Bild), ist man auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Sollte es sich um ein Tonbandgerät mit Hinterbandkontrolle (siehe weiter unten) handeln, sollte das Tonbandgerät zunächst auf „Source“ (Quelle) bzw. „V“ (Vorbandkontrolle) geschaltet werden, um das Eingangssignal zu überprüfen und auf den Lautsprechern des Gerätes wiederzugeben, sofern das Tonbandgerät diese Funktion bietet.

Achtung Aufnahme!
Achtung Aufnahme!

Liegt ein Eingangspegel am Gerät an, kann eine erste Probeaufnahme gestartet werden. Es empfiehlt sich, erst eine kleine Probeaufnahme zu machen und den Aufnahmepegel zu überprüfen, damit es nachher nicht verzerrt klingt. Handelt es sich um ein Gerät mit Hinterbandkontrolle, so kann dies bereits während der Aufnahme geprüft werden (der Umschalter für Vor- und Hinterbandkontrolle wird dazu dementsprechend eingestellt).

Die Probeaufnahme läuft. Mit der Hinterbandkontrolle kann sie kontrolliert werden.
Die Probeaufnahme läuft. Mit der Hinterbandkontrolle kann sie kontrolliert werden.

So sieht es im Idealfall aus, wenn alles funktioniert. Ganz links im Bild sind die zwei Druckknöpfe mit den Beschriftungen „V“ und „N“ zu sehen. Mit diesen Tasten lässt sich einstellen, ob das Eingangssignal vom Computer abgehört wird oder das Ergebnis der Aufnahme auf dem Tonband. Sie können bereits während der Aufnahme hören, was aufgenommen wurde.

Das Band wird zunächst gelöscht (Löschkopf), neu bespielt (Aufnahmekopf) und direkt abgehört (Wiedergabekopf)
Das Band wird zunächst gelöscht (Löschkopf), neu bespielt (Aufnahmekopf) und direkt abgehört (Wiedergabekopf)

Wie funktioniert die Hinterbandkontrolle eigentlich?

Das Tonband durchläuft während der Aufnahme mehrere Stellen. Zunächst werden mithilfe des Löschkopfes auf dem Tonband eventuell vorhandene ältere Aufnahmen gelöscht. Anschließend wird das Band mithilfe des Aufnahmekopfes neu bespielt. Das Signal aus dem Computer wird also auf das Band überspielt. Über einen separaten Verstärker im Tonbandgerät und den Wiedergabekopf wird das eben gerade aufgenommene Band nun wiedergegeben. Die Wiedergabe erfolgt also unmittelbar nach der Aufnahme. Je nach Bandgeschwindigkeit gibt es einen zeitlichen Versatz von einigen Sekundenbruchteilen, nämlich der Zeit, die das Band benötigt, um vom Aufnahmekopf zum Wiedergabekopf zu gelangen.

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Bilder und Texte: Gerd Weichhaus